Der Riesenmaulhai

Order - Lamniformes
Family - Megachasmidae
Genus - Megachasma
Species - pelagios

Als der erste Riesenmaulhai - auch Megamouth genannt - entdeckt wurde, musste eine neue Familie in der Gattung der Haie eingeführt werden.
Es gibt einander widersprechende Hypothesen über die evolutionsgeschichtliche Verwandschaft des Riesenmaulhais mit anderen Haifamilien. Eine Theorie behauptet, dass die Megachasmidae eine eigene Familie darstellen, die andere, dass sie eine Schwestergruppe der Mako- und des Weissen Hais sind. Kürzliche Studien behaupten auch, dass der Riesenmaulhai die primitivste Species in der Ordnung der Lamniformes ist, die unabhängig von den anderen Arten die Filtriermethode zur Ernährung entwickelt hat, die er mit dem Baskingshark teilt.

Geographische Verbreitung

Obwohl nur 14 Sichtungen von Riesenmaulhaien weltweit bekannt sind, wissen wir, dass er vom Indischen Ozean über den Pazifik bis zum Atlantik zu finden ist. Genauso wie der Walhai und der Baskingshark hat er ein grosses Einzugsgebiet, jedoch wird der Riesenmaulhai als weniger aktiv und als schlechterer Schwimmer als seine Kollegen eingestuft. Wenig Mobilität ist ein Resultat aus seinem schwammigen Körper, den weichen Flossen, des assymetrischen Schwanzes und einer schwachen Verkalkung des Skelettes.

Der Riesenmaulhai ist ein pelagischer Fisch, das heisst er schwimmt im offenen Meer und hier eher an der Oberfläche. Trotz der wenigen Sichtungen, der Fang des 6. Riesenmaulhais hat uns tiefe Einblicke in die Ökologie gebracht und viel zum Verständnis diesen sanften Riesens beigetragen. Der Hai wurde markiert und konnte zwei Tage lang beobachtet werden. Meistens bewegte er sich auf einer Tiefe von ca. 15 Metern während der Nacht, tauchte dann bis zu 150 Meter in der Morgendämmerung und kam erst abends wieder an die Oberfläche. Daraus schliesst man, dass er ein vertikaler "Wanderer" ist, der einen täglichen Zyklus hat, wobei er den Tag in der Tiefe und die Nacht an der Oberfläche verbringt.

Grösse

Die Grösse der gesichteten Riesenmaulhaie reichte von 4 bis 5,5 Meter. Ausgewachsene Männchen erreichen ca. 4 m (13ft) and Weibchen sind grössen, sie werden um die 5 m (16ft).

Verhalten

Nur zwei Beobachtungen konnten bisher Aufschluss über das Verhalten dieses seltenen Riesen geben. Der 6. Riesenmaulhai, der in Dana Point, California (21 October 1990), gesichtet wurde hat den bisher tieftsten Einblick in das Leben dieser Tiere gegeben. Das männliche Tier, das eine Gesamtlänge von 494 cm aufweisen konnte, wurde markiert und zwei Tage lang verfolgt. Hierbei hat man den oben erwähnten Nahrungszyklus beobachtet und festgestellt, dass er eben tagsüber in der Tiefe verweilt, während er nachts and die Oberfläche kommt. Dieses Verhalten hängt offensichtlich mit seiner Hauptnahrung zusammen, dem Krill.

Megamouth hat im Gegensatz zu anderen Tiefseehaien eine verminderte Schwerkraft in Form eines weichen und wenig kalkhaltigen und sehr knorpeligem Skelettes, sehr weicher loser Haut und losem Gewebe und Muskeln.
Andere bodennah oder tief lebende Haie haben meistens eine vergrösserte Bauchhöhle und ein erhöhtes Lebervolumen. Diese riesige Leber erlaubt es ihnen ihre Leberölproduktion zu erhöhen und damit die Schwerkraft anzupassen.
Auch die 13. Megamouth-Sichtung brachte Interessantes hervor: Wale, die den Riesenmaulhai attackierten. Die Beobachter berichteten, dass der Hai ziemlich langsam schwamm und offensichtlich verwirrt war, als ihn die Wale angriffen. Am Hai waren danach Spuren des Angriffes an der Schwanzflosse und auch an den Kiemen sichtbar.

Ernährung

Der Riesenmaulhai, der eine Grösse von über 5 Metern erreicht, ist einer der drei grossen Filtrierer. Die anderen beiden sind der Walhai (Rhincodon typus) und der Baskingshark (Cetorhinus maximus).
Details des Fressverhaltens sind eigentlich unbekannt, da keine Beobachtungen vorliegen. Rückschlüsse wurden aus Mageninhalt von gefangengen Tieren gezogen. Der Riesenmaulhai hat - darum ja auch der Name - ein riesiges Maul, das bis hinter die Augen reicht. Man nimmt an, dass er mit weitgeöffnetem Maul durch die Krillschwärme schwimmt und diese einsaugt, dann das Maul schliesst und das Wasser durch die Kiemen rausdrückt.

Vermehrung

Megamouths II und VI waren beide erwachsene, geschlechtsreife Männchen, die Anzeichen wiederholter Paarung aufwiesen. Die Klasper des Megamouth II wiesen Spermatophoren auf und die von Nummer VI hatten Abschürfungen, wie es häufig vorkommt bei Haien, die gerade eine Paarung hinter sich haben. Dieser Hai hatte auch eine frische Wunde am Unterkiefer, da sich Haie während der Paarung oft aneinander an den Flossen oder am Kiefer festbeissen. Beide Haie wurden im Spätherbst gesichtet, daraus könnte man schliessen, dass Südkalifornien vielleicht eine Region ist, in der sich die Haie zur Paarung treffen.
Der siebente Riesenmaulhai, der gesichtet wurde, war ein weibliches Tier, das 471 cm gross und wahrscheinlich noch nicht geschlechtsreif war. Die Uteri und die Ovarien waren verhältnismässig klein und nicht entwickelt.
Ähnlich wie bei Sandtigerhaien vermutet man, dass die Embryonen des Riesenmaulhaies kannibalistisch veranlagt sind, der am ersten und besten entwickelte Embryo frisst alle anderen auf.

Der zwölfte gefangene Riesenmaulhai war das einzig erwachsene weibliche Tier mit einer Länge von 5,44 m.

Fressfeinde

Der einzig bekannte mögliche Feind der Riesenmaulhaie könnten der Wal sein, wenn man Rückschlüsse aus der oben erwähnten Walattacke ziehen möchte. Dieser Vorfall wurde in Manado, North Sulawesi, Indonesia (30. August 1998) um die Mittagszeit beobachtet.
Spermwhales ernähren sich normalerweise von Squids, aber es gibt Hinweise, dass auch einige kleinere Tiefseehaie auf der Speisekarte stehen.

Carol Martins
Links: Mehr Informationen über den Riesenmaulhai

 

 

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